Was macht eine MVA? – Aufgaben, Gehalt & Karrierechancen – Medizinische Verwaltungsassistenz Ausbildung Österreich
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    Was macht eine MVA eigentlich den ganzen Tag? Die ehrliche Antwort von einer, die es weiß

    Erfahrene Ordinationsassistenz 22. Februar 2026 9 Min. Lesezeit

    Wenn ich Leuten erzähle, dass ich als Medizinische Verwaltungsassistenz arbeite, kommt meistens: "Aha... und was genau machst du da?"

    Gute Frage. Ehrlich gesagt hatte ich vor meiner Ausbildung selbst keine Ahnung. Ich dachte so: Irgendwas mit Empfang und Telefon halt. Spoiler: Es ist so viel mehr.

    Ich schreibe das hier, weil ich mir damals genau diese Infos gewünscht hätte. Nicht die beschönigten Broschüren vom AMS, sondern die echte Story. Was du wirklich verdienst, was du den ganzen Tag machst, und ob sich das überhaupt lohnt.

    Also. Was kommt auf dich zu, wenn du MVA wirst? Ich erzähl's dir – ungefiltert.

    Was ist eine MVA überhaupt?

    MVA steht für Medizinische Verwaltungsassistenz. Offiziell sind wir die administrativen Fachkräfte in Arztpraxen. Wir kümmern uns um alles Organisatorische – Termine, Abrechnung, Patientenverwaltung.

    Inoffiziell? Wir sind das Rückgrat. Wenn ich nicht da bin, dauert's zwei Stunden bis zum Chaos. Nicht weil ich so wichtig bin, sondern weil sonst niemand weiß, wo Frau Müllers Röntgenbefund liegt, warum Herr Schmidt am Freitag einen Doppeltermin braucht, oder dass das Labor heute noch anrufen wollte.

    Wichtig zu verstehen: MVA ist nicht dasselbe wie Ordinationsassistenz. Die OA arbeitet direkt mit dem Arzt, macht Blutabnahmen und EKGs. Ich sitze am Empfang und halte den Laden am Laufen. Zwei komplett verschiedene Jobs.

    Mein typischer Tag – die ungefilterte Version

    7:45 Uhr – Ankommen (ja, vor allen anderen)

    Ich bin immer eine Viertelstunde früher da. Muss ich. Weil ich weiß, dass um Punkt 8:00 Uhr das Telefon klingelt, drei Patienten vor der Tür stehen, und Dr. Schmidt mich nach dem Tagesprogramm fragt.

    Computer hochfahren. Tagesliste checken. Heute: 43 Termine, sechs davon Erstpatienten (mehr Papierkram), zwei Hausbesuche (Routenplanung), ein OP-Planungsgespräch (Krankenhaus anrufen, Termine abstimmen).

    Kaffee? Kommt später. Vielleicht.

    8:00 Uhr – Das Telefon explodiert

    "Guten Morgen, Ordination Dr. Schmidt!"

    Die nächsten 20 Minuten sage ich das gefühlt im Sekundentakt. Terminvereinbarungen, Absagen, "Kann ich heute noch kommen?", "Ich brauch ein Rezept", "Mein Kind hat Fieber, soll ich vorbeikommen?"

    Die ersten 30 Minuten sind immer Chaos. Irgendwann gewöhnst du dich dran. Irgendwann kannst du telefonieren, dabei einen Patienten einchecken und gleichzeitig mental die Mittagspause umplanen.

    Vormittag – Jetzt geht's los

    Patienten kommen rein. Ich begrüße sie, scanne die E-Card, checke die Daten. Frau Berger hat geheiratet und heißt jetzt anders. Herr Wagner ist umgezogen. Alles eintragen, sonst gibt's Ärger bei der Abrechnung.

    Zwischendurch sortiere ich Befunde. Das Labor hat heute 15 Ergebnisse geschickt. Die müssen in die richtigen Akten. Einer ist auffällig – das heißt: sofort zu Dr. Schmidt, Patient anrufen, neuen Termin machen.

    Das Telefon klingelt natürlich weiter. Die ganze Zeit.

    Letzte Woche hat mich jemand gefragt, ob ich "nur" am Empfang sitze. Ich hab gelacht und ihr meinen Bildschirm gezeigt: 17 offene Tabs, drei Telefonate in der Warteschleife, eine Mail vom Krankenhaus, und Dr. Schmidt ruft aus dem Behandlungszimmer "Kannst du kurz...?"

    Nur Empfang. Klar.

    Mittag – Die "ruhige" Phase

    Zwischen 12 und 14 Uhr haben wir keine Sprechstunde. Heißt aber nicht, dass ich Pause hab. Jetzt kommt die Abrechnung.

    Ich geh die Tagesliste durch: Welche Leistungen wurden erbracht? Privatpatienten kriegen Honorarnoten, Kassenpatienten werden über E-Card abgerechnet. Klingt easy? Ist es nicht. Jede Kasse hat andere Codes, andere Formulare, andere Fristen.

    Fehler = Geld verloren. Also konzentriert arbeiten, doppelt checken.

    Dazu: Arztbriefe schreiben (Dr. Schmidt diktiert, ich tippe), Zuweisungen vorbereiten, Rezepte drucken. Ach ja, und das Wartezimmer muss auch aufgeräumt werden.

    Pause? Vielleicht 20 Minuten zum Essen. Wenn's gut läuft.

    Nachmittag – Runde zwei

    14 Uhr, Nachmittagssprechstunde. Telefon klingelt wieder. Patienten kommen. Das Krankenhaus ruft wegen der OP an, dann die Versicherung, dann ein Patient der seinen Befund abholen will.

    Zwischendurch organisier ich nächste Woche. Frau Huber braucht alle drei Monate Kontrolle – Termin eintragen. Herr Klein hat abgesagt, jetzt ist ein Slot frei – sofort drei Leute von der Warteliste anrufen.

    Das Schöne am Job: Kein Tag ist gleich. Heute ist ein Patient kollabiert (Notfall!), gestern hat eine Mutter mit Baby gewartet und ich durfte 10 Minuten spielen während sie telefoniert hat. Morgen kommt wieder was Neues.

    17:30 Uhr – Feierabend vorbereiten

    Letzter Patient weg heißt nicht, dass ich gehen kann. Jetzt wird vorbereitet: Morgen-Tagesliste, Rezepte für die Früh-Patienten, alle Mails beantworten.

    Dr. Schmidt und ich besprechen kurz: "Frau Wagner braucht nächste Woche nochmal Termin", "Herr Berger zur Physio überweisen", "Vergiss nicht, Labor anrufen wegen...".

    18 Uhr: Computer aus, Licht aus, Tür zu. Morgen von vorne.

    Medizinische Verwaltungsassistentin bei der Blutabnahme und Laborarbeit in einer österreichischen Arztpraxis
    Medizinische Verwaltungsassistentin bei der Blutabnahme und Laborarbeit in einer österreichischen Arztpraxis

    Was macht eine MVA eigentlich? Die Details

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    Patienten-Empfang & Termine

    Ich bin die erste Person, die Patienten sehen. Mein Job: Freundlich sein (auch wenn's stressig ist), E-Cards scannen, Daten checken, Wartezeiten managen.

    Was du können musst: Freundlich bleiben, auch wenn der fünfte Patient in Folge meckert. Drei Dinge gleichzeitig im Kopf haben. Notfälle erkennen – "Ich hab seit drei Tagen Kopfweh" ist was anderes als "Ich krieg schlecht Luft".

    Insider-Tipp: Wenn jemand sagt "es ist dringend", nachfragen. Manche meinen "ich hätt gern heute Termin", andere haben wirklich ein Problem. Du lernst das schnell.

    Verwaltung & Dokumentation

    Jede Behandlung muss dokumentiert werden. Jeder Befund in die richtige Akte. Jede Überweisung korrekt ausgefüllt.

    Ich mache: Patientenakten pflegen (bei uns digital), Befunde sortieren, Arztbriefe tippen, Termine dokumentieren.

    Du musst können: Sorgfältig arbeiten (ein falsches Geburtsdatum = Chaos bei der Abrechnung). Medizinische Begriffe verstehen (HWS = Halswirbelsäule, CT = Computertomografie). Datenschutz ernst nehmen.

    Die ersten Wochen googelst du ständig. Nach drei Monaten kennst du's im Schlaf. Ist wie eine neue Sprache – am Anfang schwer, dann selbstverständlich.

    Abrechnung

    Der unbeliebteste, aber wichtigste Teil.

    Ich mache: Kassenleistungen abrechnen (ÖGK, BVAEB, SVS), Privatrechnungen schreiben, Versicherungsfragen klären.

    Du musst können: Mit Abrechnungssoftware arbeiten. Genau sein (Fehler = Praxis verliert Geld). Das Versicherungssystem verstehen.

    Und jetzt kommt's: Die Abrechnung ist das, was dich wirklich wertvoll macht. Jede MVA kann Termine vergeben. Aber eine, die die Abrechnung fehlerfrei macht? Gold wert. Das treibt auch dein Gehalt nach oben.

    Organisation

    Jemand muss dafür sorgen, dass immer Verbandsmaterial da ist. Dass die Software läuft. Dass die Reinigung Bescheid weiß.

    Ich mache: Material bestellen (Spritzen, Tupfer, Druckerpapier), Wartungen koordinieren, Vertretungen organisieren.

    Was ich nicht mache

    MVA ist nicht gleich Ordinationsassistenz. Das verwechseln viele.

    Ich darf keine Blutabnahmen machen. Ich assistiere nicht bei Untersuchungen. Ich mach keine EKGs oder Lungenfunktionen.

    Das macht der Arzt oder eine OA.

    Aber: Ich bin trotzdem medizinisch involviert. Ich weiß, welche Diagnose welche Behandlung nach sich zieht. Ich kenn die Medikamente. Ich versteh die Befunde. Nur die Durchführung – das ist nicht mein Job.

    Fun Fact: Viele MVAs machen nach ein paar Jahren die OA-Ausbildung dazu. Dann kannst du beides. Das erhöht dein Gehalt nochmal um 300-400 Euro.

    MVA Gehalt Österreich – Medizinische Verwaltungsassistentin bei der Arbeit am Computer in der Ordinationsverwaltung
    MVA Gehalt Österreich – Medizinische Verwaltungsassistentin bei der Arbeit am Computer in der Ordinationsverwaltung

    Gehalt – die ehrlichen Zahlen

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    Kommen wir zum Geld. Weil das fragt jeder zuerst: "Und, verdient man da gut?"

    Einstieg (ohne Erfahrung)

    • Kollektivvertrag sagt: 2.057 Euro brutto
    • Realistisch: 2.200–2.400 brutto
    • Netto (Steuerklasse 1): ca. 1.650–1.800 Euro

    Ist das viel? Nein. Ist das wenig? Kommt drauf an. Im Handel verdienst du weniger, im Büro ähnlich. Aber der Job ist sicherer.

    Nach 3–5 Jahren

    • 2.500–2.800 brutto
    • Mit Zusatzqualifikationen: bis 3.000

    Nach 10 Jahren

    • 3.000–3.500 brutto
    • Als Praxismanagerin: bis 3.800

    Was dein Gehalt beeinflusst

    • Wien zahlt besser (200-300 Euro mehr)
    • Gruppenpraxen zahlen mehr als Einzelpraxen
    • Privatpraxen oft höher
    • Zusatzqualifikationen bringen mehr Geld

    Meine Story

    Ich hab mit 2.250 brutto angefangen. Nach zwei Jahren und einer Weiterbildung: 2.700. Jetzt nach fünf Jahren: 3.100, und ich hab Verantwortung für zwei weitere MVAs.

    Reich werd ich davon nicht. Aber ich hab einen sicheren Job, geregelte Zeiten, und ich kann meine Miete zahlen ohne nachts wachzuliegen.

    Karrierechancen als MVA – Team aus medizinischen Fachkräften in einer modernen Ordination in Wien
    Karrierechancen als MVA – Team aus medizinischen Fachkräften in einer modernen Ordination in Wien

    Karrierechancen

    "Und dann sitzt du halt 30 Jahre am Empfang?" – Nein.

    Option 1: Praxismanagerin

    Du leitest das Team, bist verantwortlich für alles. Gehalt: 3.200–3.800 Euro.

    Option 2: Spezialisierung

    • Abrechnungsexpertin (sehr gefragt!)
    • Qualitätsmanagement
    • IT-Koordinatorin

    Option 3: Weiterbildung zur OA

    Nach MVA kannst du die Ordinationsassistenz draufsetzen. Gehalt steigt um ca. 400 Euro.

    Für wen ist der Job?

    Du passt, wenn du:

    • Gern mit Menschen arbeitest (aber nicht Verkauf)
    • Multitasking kannst
    • Strukturiert bist
    • Ruhig bleibst wenn's hektisch wird
    • Einen sicheren Job mit Sinn suchst

    Du passt nicht, wenn du:

    • Lieber allein arbeitest
    • Ungern am Computer sitzt
    • Keine Geduld hast
    • Super flexible Zeiten brauchst

    Meine Story

    Ich war vorher im Einzelhandel. Schichtdienst, Wochenenden, mieses Gehalt. Die MVA-Ausbildung war meine Rettung. Jetzt hab ich geregelte Zeiten, verdien besser, und mein Job macht Sinn.

    Wie werde ich MVA?

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    Gute Nachricht: Du brauchst keine Vorkenntnisse. Ich hatte null Ahnung.

    Ausbildung

    • Dauer: 250 Stunden (2–6 Monate)
    • Kosten: 1.690–3.000 Euro
    • Voraussetzung: Pflichtschulabschluss

    Meine Erfahrung

    Ich hab meine Ausbildung bei MediClass gemacht – 100% online, neben dem Job. Keine Präsenz, kein fixer Stundenplan. Für mich mit zwei Kids perfekt.

    Du lernst:

    • Medizinische Begriffe
    • Abrechnungssysteme
    • Patientenverwaltung
    • Kommunikation
    • Datenschutz

    Insider-Tipp: Achte drauf, dass die Ausbildung praxisnah ist. Du brauchst echte Fälle, nicht nur Theorie.

    Häufige Fragen

    Brauche ich Vorkenntnisse?

    Nein. Ich hatte keine Ahnung.

    Ist der Job stressig?

    Ja, besonders vormittags. Aber planbarer Stress. Nicht wie Gastro.

    Kann ich Teilzeit arbeiten?

    Ja! Viele Praxen suchen Teilzeit (20–30h).

    Gibt's Jobs?

    Über 3.000 offene Stellen österreichweit.

    Arbeite ich am Wochenende?

    Selten. Manche Praxen Samstag-Vormittag, aber Sonntag nie.

    Fazit

    MVA ist kein Glamour-Job. Du wirst nicht reich. Aber:

    • ✓ Sicherer Job
    • ✓ Sinnvolle Arbeit
    • ✓ Geregelte Zeiten
    • ✓ Karrierechancen
    • ✓ Einstieg ohne Vorkenntnisse

    Beste Entscheidung meines Lebens. Ich hab einen Job, der mich fordert ohne zu überfordern, der Sinn macht, und der mir Zeit für meine Familie lässt.

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